Gedichte

Am Sonntag ist Muttertag und da ist mir wieder einmal ein ziemlich mitgenommener Zettel an meiner Bürotür aufgefallen. Der stammt von meiner Tochter; darauf ist ein Gedicht, dass sie mir vor schätzungsweise 20 Jahren einmal zum Muttertag geschrieben hat

 

 

 

ein kleines Gedicht:


Wenn du reden musst, rede
wer weiss, vielleicht ist es eines Tages zu spät dafür


Wenn du weinen willst, weine.
Wer weiss, vielleicht ist es eines Tages zu spät dafür.....

 

Wenn du lieben willst, liebe.Wenn du reden musst, rede.
Wer weiss, vielleicht ist es eines Tages zu spät dafür....
.

 

Wenn du lachen willst, lache.
Wenn du leben willst, lebe.
Wer weiss, vielleicht ist es eines Tages zu spät dafür.....

 

 

 

Fasching

Als Kind hab ich ich gern maskiert
mir Farbe ins Gesicht geschmiert .
Das ist schon viele Jahre her
heute brauch ich das nicht mehr .


Bei Maskenbällen und Faschingszügen
da suchen die Menschen ihr Vergnügen .
Es wird geschunkelt und gelacht
und ne Menge Spaß gemacht .

Manche saufen sich auch zu
und lassen and ‚re nicht in Ruh .
Bei Helau und bei Alaaf
wird zum Wolf so manches Schaf .

Maskenbälle werd‘ ich meiden
ich werde mich auch nicht verkleiden .
Kommt mir gar nicht in den Sinn
ich werde bleiben wie ich bin .

Auf Kommando quietschvergnügt
das ist etwas was mir nicht liegt .
Wünsch jedem Narr auf alle Fälle
ne Menge Spaß und viiieeel Kamelle !

 

Ich wünsche dir Zeit …

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben,
ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit, nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit, nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir:
Zeit zu haben zum Leben !

Elli Michler

 

Ich habe heute auch ein schönes Adventsgedicht für euch, es ist von Matthias Claudius

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer
und so leuchten auch wir
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält
weiß um den Segen

 
 

Herbststimmung von Ludwig Thoma

 

Es wird schon recht bedenklich kühle,
Und schwächlich sind die Sonnenstrahlen,
Die zitternd auf dem Bürgersteige
Fast buttergelbe Kringel malen.

Das Laub wird täglich gelb und gelber;
Allmählich fällt es von den Bäumen,
Und jeder, der nur halb gebildet,
Muß Angesichtes dessen träumen.

Das Alter naht im raschen Laufe,
Und alles Sträuben ist vergebens;
Die Haare bleichen und verschwinden.
So ist Natur ein Bild des Lebens.

Ja, ja, es füllen sich die Herzen
Mit sonderbarer Todesahnung.
Und was wir in den Straßen sehen,
Ist auch nur eine leise Mahnung.

Die Witwen kommen von den Gräbern,
Die sie mit aller Liebe schmückten,
Man sieht die Spuren ihrer Tränen,
Die sie im schönen Aug' zerdrückten.

Man fühlt beim Anblick solcher Szenen
Den ganzen Frost der Lebenslage,
Und die verhängnisvolle Kürze
Der uns beschiednen Erdentage.
 
 
Scharzoderweiss von Reinhard Fendrich

ES GING SPAZIEREN VOR DEM TOR
EIN KOHL PECH RABEN SCHWARZER MOHR
UND DIE ANGST VOR'M SCHWARZEN MANN
FANGT SCHON IN DER KINDHEIT AN

I HÖR'S NO HEUT WIE A GEBET
MIT FREMDEN RED'T MA AFACH NET
ERST VIELLEICHT IM HIMMELREICH
SAN DIE MENSCHEN ALLE GLEICH

NET NUR SCHWARZ ODER WEISS
WIR SAN ALLE GRUND VERSCHIEDEN
DOCH A HERZ SCHLAGT IN AN JEDEN
UND DES BLUAT IS IMMER ROT

NET NUR SCHWARZ ODER WEISS
MIR SAN MUSLIME, JUDEN, CHRISTEN
UND BETEN DOCH ZU A UND DEM SELBEN GOTT

UND DIE SO EIFRIG DEMONSTRIER'N
SOLL'N DEN GEDANKEN NUR RISKIER'N
WIE'S WA WENN IHRE KINDER HUNGERN UND FRIER'N

NET NUR SCHWARZ ODER WEISS
WIR SAN ALLE GRUNDVERSCHIEDEN
DOCH A HERZ SCHLAGT IN AN JEDEN
UND DES BLUAT IS IMMER ROT

NET NUR SCHWARZ ODER WEISS
MIA SAN MUSLIME, JUDEN, CHRISTEN
OB OSTEN ODER WESTEN
ES IST DER SELBE GOTT

NET NUR SCHWARZ ODER WEISS
DIE HAUT HAT VÜLE FARBEN
NUR DIE ANEN HAB'N DIE NARBEN
UND DIE ANDERN SCHERT DES NET

SCHWARZ ODER WEISS
WAS IS BESSER, WAS IS SCHLECHTER
WER ERNENNT SI DA ZUM RICHTER
ÜBER D'WÖLT

 

Diese Woche war Sommeranfang deshalb habe ich heute eine Sommergedicht von Theodor Fontane für euch:

 

Guter Rat

An einem Sommermorgen
Da nimm den Wanderstab,
Es fallen deine Sorgen
Wie Nebel von dir ab.

Des Himmels heitere Bläue
Lacht dir ins Herz hinein,
Und schließt, wie Gottes Treue,
Mit seinem Dach dich ein.

Rings Blüten nur und Triebe
Und Halme von Segen schwer,
Dir ist, als zöge die Liebe
Des Weges nebenher.

So heimisch alles klinget
Als wie im Vaterhaus,
Und über die Lerchen schwinget
Die Seele sich hinaus.

 

 

 

 

Wir werden jetzt Freunde v. Udo Lindenberg
 
Sie schleppen dich durch die endlose Wüste,
dann landest du auf ‘nem brüchigen Boot,
du hast diesen Wahnsinn nur knapp überlebt,
es war eine Reise auf Leben und Tod.
Jetzt bist du in Deutschland in so ‘nem Container
seit Monaten Angst, sie schicken dich zurück,
du bist zwar am Leben, aber sonst ist es Horror
Krieg und Verzweiflung in deinem Blick.
Komm, wir werden jetzt Freunde,
dein Weg war so weit,
bist bei mir angekommen
nach ‘ner echt harten Zeit.
Wir werden Freunde,
bist jetzt bei uns zu Haus,
keiner schmeißt dich hier wieder raus.
Komm, wir werden jetzt Freunde,
bist jetzt bei uns zuhaus.
Wir werden jetzt Freunde, klar, dass es geht,
aus verschiedenen Welten doch derselbe Planet.
Komm, wir werden jetzt Freunde!
 
Frühling

Hoch oben von dem Eichenast
Eine bunte Meise läutet
Ein frohes Lied, ein helles Lied,
Ich weiß auch, was es bedeutet.

Es schmilzt der Schnee, es kommt das Gras,
Die Blumen werden blühen;
Es wird die ganze weite Welt
In Frühlingsfarben glühen.

Die Meise läutet den Frühling ein,
Ich hab' es schon lange vernommen;
Er ist zu mir bei Eis und Schnee
Mit Singen und Klingen gekommen.

 

 

Fremder

von Annegret Kronenberg

 

Reich mir deine Hand, du Fremder
ich zeige dir mein Heimatland.
Gemeinsam woll'n wir Wege gehen,
die dir noch fremd und unbekannt.

Alle Blumen, die hier blühen,
sollen blühen auch für dich;
und der Segen dieser Erde
reicht bestimmt für dich und mich.

Meine Heimat - deine Fremde
kann dir kein "Zuhause" sein.
Doch niemals sollst du sagen müssen:
"Sie reichten mir statt Brot den Stein."

 

 

 

Der Stern

Hätt einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus dem Morgenland
und ließe sich dünken, er wäre wohl nie
dem Sternlein nachgereist wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen läßt,
fällt auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
des Wundersternes von dazumal.

Wilhelm Busch (1832-1908)

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Josef Reding
Friede

"Bloß keinen Zank
und keinen Streit!"
Das heißt auf englisch
ganz einfach
PEACE
und auf französisch
PAIX
und auf russisch
MIR
und auf hebräisch
SHALOM
und auf deutsch
FRIEDE
oder:
"Du, komm,
lass uns
zusammen spielen,
zusammen sprechen,
zusammen singen,
zusammen essen,
zusammen trinken
und zusammen
leben,
damit wir
leben."

 

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Martinsgedicht von Anita Menger


Ein Bettler saß schon halb erfror’n
bei Frost am Wegesrand.
Nicht lange – dann wär er verlor’n
weil keine Hilf’ er fand.
Da kam jedoch zu seinem Glück
Sankt Martin dort vorbei.
Der zügelte sein stolzes Pferd –
gab ihm was er dabei.
Zerschnitt den Mantel mit dem Schwert
und warf dem Bettler zu ein Stück.

Gleich drauf ritt er davon
wollt’ nicht des Dankes Lohn.

So zündet die Laternen an –
und dankt heut diesem stolzen Mann.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Alles was ich bin

von Staubkind

 

Ich such' die Träume
und schau' dabei zurück
Ich lache und weine
auf der Suche nach dem Glück.
Den Himmel geseh'n
und ihn kurz berührt.
Alles festgehalten,
jeden Augenblick gespürt.

So viel hat mich verändert.
Hab' gesucht nach dem, was fehlt.
Hab' das alles nicht vergessen,
was jetzt von mir erzählt.

Das ist alles was ich bin.
Mit all den Träumen meiner Zeit,
die das Leben mir schreibt.
Das ist alles was ich bin.
Mit jedem Herzschlag, der mich trägt,
fühl' ich, dass ich leb'.

Einfach losgelaufen,
oft nicht gewusst, wohin.
Doch der Glaube und die Hoffnung
brachten mich hierhin.
So oft an mir gezweifelt,
mich nicht mehr erkannt.
Jeder Spur soweit gefolgt,
bis ich mich wieder fand.

So viel hat mich verändert.
Hab' gesucht nach dem, was fehlt.
Hab' das alles nicht vergessen,
was jetzt von mir erzählt.

Das ist alles was ich bin.
Mit all den Träumen meiner Zeit,
die das Leben mir schreibt.
Das ist alles was ich bin.
Mit jedem Herzschlag, der mich trägt,
fühl' ich, dass ich leb'.

Dass ich leb',
fühl' ich, dass ich leb',
dass ich leb'.

So vieles liegt noch vor mir.
Jeder Herzschlag führt dorthin.
Und es macht mich
zu allem, was ich bin.

Mit all den Träumen meiner Zeit,
die das Leben mir schreibt. (Dass ich leb')
Das ist alles was ich bin.
Mit jedem Herzschlag, der mich trägt,
fühl' ich, dass ich leb'.

Das ist alles was ich bin.
Mit all den Träumen meiner Zeit, (Dass ich leb')
die das Leben mir schreibt.
Das ist alles was ich bin.
Mit jedem Herzschlag, der mich trägt,
fühl' ich, dass ich leb'.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Brüder von Pur

Wünsche sind so mächtig.
sie kriegen Mauern klein.
Auch die letzten kalten Krieger
seh`n das irgendwann mal ein.
Grenzen ohne Zäune sind da nur das erste Ziel,
ja, die Köpfe sind am Denken,
und kein Herz bleibt dabei kühl.

Stell Dir vor.
daß Brüder endlich Brüder sind.
Spürst Du, daß wir damit nicht alleine sind.

Listig ist die Lüge.
und die Macht schläft mit dem Geld.
Doch der Traum von viel mehr Liebe
schreit schon lauter in die Welt.
Manchmal bin ich traurig,
wenn ich sehe, was wir tun,
doch ich hoffe, gegen Hoffnung ist kein Menschenherz immun.

Stell Dir vor.
daß Brüder endlich Brüder sind.
Nie mehr vergossenes Blut,
kein Herz mehr blind.
Stell Dir vor,
´ne faire Chance für jedes Kind
Spürst Du
daß´wir damit nicht alleine sind

Stell Dir nur vor,so wie zwischen uns zwei`n
könnte es auch zwischen den anderen sein.
Vielleicht hin ich naiv.
vielleicht bin ich ein Kind.
Ich hab` Angst. mein Herz wird blind
Stell Dir nur vor, so wie zwischen uns zwei`n
könnt` es zwischen ganzen Völkern, ganzen Ländern
oder sogar zwischen allen Menschen sein.

 

 

Bunt und nicht braun

Hast Du 'ne Macke, 'nen Makel vielleicht?
Dann komm und reihe Dich hier ein!
Steh zu Dir selbst und zu dem, was du bist,
Dann laden wir Dich herzlich ein!

Deine Hautfarbe ist uns doch vцllig egal,
Woher Du kommst schon sowieso.
Ob du ausgeflippt bist, was ist schon normal?
Hauptsache des Lebens froh!

Wir sind ein Spielmannshaufen, beste Freunde der Welt,
Haben Ecken und Kanten, dass ist das, was uns gefдllt.
Wir spielen für die Freiheit, gegen genormtes Sein!
Auf unserem Kreuzzug für mehr Toleranz, laden wir ein...

So tragen wir in die Welt unseren Traum:
Narren sind bunt und nicht braun!

Kein Mensch ist perfekt und zum Glьck ist das so,
Stellt euch vor, wir wдren genormt.
Es ist doch die Vielfalt, die einzigartig macht,
Die aus Zellen Individuen formt.

Gibt es den einen, den wahren Glauben,
Oder sind es doch noch viel mehr?
Wir lassen uns nicht unserer Trдume berauben,
Unsere Liebe und Gefьhle - nie mehr!

Wir sind ein Spielmannshaufen, beste Freunde der Welt,
Haben Ecken und Kanten, dass ist das, was uns gefдllt.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Wenn Träume sterben ( Liedtext von den Pudhys )

 
 

Ich war ein Mensch mit 100 000 Plänen,
Sie einzulösen fehlte mir der Mut.

Von den Träumen blieb mir nur die Sehnsucht.
Und schon lag die Asche auf der Glut.

Dann traf ich einen, der war junggeblieben.
Der sagte mir: Paß auf, es ist zu spät.
Schnell ist man vom Fluß der Zeit verrieben.

Versuche alles, sonst ist es zu spät.

Wenn Träume sterben, dann wirst Du alt.

Du bist Dein eigner Schatten nur und holst Dich nicht mehr ein.

Wenn Träume sterben, dann wird es kalt.
Du bist ein Mensch zwischen toten Dingen und bist allein.

Viele sah ich, die war´n erst 30 Jahre.

Sie schienen jung und waren doch schon alt.

Da beschloß ich: Wenn ich was bereue,

Bereu' ich nur, was ich noch nicht getan.

Wenn Träume sterben, dann wirst Du alt.

Du bist Dein eigner Schatten nur und holst Dich nicht mehr ein.

Wenn Träume sterben, dann wird es kalt.

Du bist ein Mensch zwischen toten Dingen und bist allein.

Wenn Träume sterben, dann wirst Du alt.

Du bist Dein eigner Schatten nur und holst Dich nicht mehr ein.

Wenn Träume sterben, dann wird es kalt.

Du bist ein Mensch zwischen toten Dingen und bist allein.


 
 
 
 

Weihnachtswunder
von Anita Menger


Was macht den Weihnachtszauber aus?
Was bringt uns hier auf Erden
dazu, dass wir in dieser Zeit
viel großzügiger werden?

Was macht den Weihnachtszauber aus?
Was gibt der Hoffnung Nahrung,
dass Frieden endlich ewig hält,
trotz früherer Erfahrung?

Was macht den Weihnachtszauber aus?
Was lässt uns in der kalten,
so feierstillen Winternacht
verzaubert innehalten?

Was macht den Weihnachtszauber aus?
Was rührt an unsre Herzen?
Ist es das reich geschmückte Haus?
Der Tannenduft? - Die Kerzen?

Das kann doch noch nicht alles sein.
Die Welt scheint sich zu wandeln.
Ganz sicher muss es sich hierbei
um jenes Wunder handeln.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Halloween
Ein Gedicht von Norbert Van Tiggelen
 


Wenn Fledermäuse unruhig flattern,
Sargdeckel gespenstisch knattern,
Geister über’n Friedhof schleichen,
auferstehen blasse Leichen;

Wenn feuchtes Laub dämonisch knirscht,
der Totengräber lautlos pirscht,
Hexen mit dem Besen fliegen,
Vampire ihre Nahrung kriegen;

Wenn Menschenfressers Mägen knurren,
schwarze Katzen leise schnurren,
Wölfe heulen in der Nacht,
der Tod aus seinem Schlaf erwacht;

Wenn Skelette klapprig schreiten,
Kobolde auf Knochen reiten,
der Satan laut nach Gnade schreit,
dann ist Halloween nicht weit.

 

Kinder wollen sich bewegen ( Karin Schaffner)

Kinder wollen sich bewegen,

Kindern macht Bewegung Spaß,

weil sie so die Welt erleben,

Menschen, Tiere, Blumen, Gras.

Kinder wollen laufen, springen,

kullern, klettern und sich drehn,

wollen tanzen, lärmen, singen,

mutig mal ganz oben stehn,

ihren Körper so entdecken,

und ihm immer mehr vertraun,

wollen tasten, riechen, schmecken

und entdeckend hören, schaun,

fühlen, wach mit allen Sinnen,

innere Bewegung- Glück.

Lasst die Kinder dies gewinnen

und erleben Stück für Stück

 

Der Winter ging, der Sommer kam,
er bringt aufs Neue wieder
den viel beliebten Wunderkram
der Blumen und der Lieder.

Wie das so wechselt Jahr um Jahr,
betracht ich fast mit Sorgen.
Was lebte, starb, was ist, es war,
und heute wird zu morgen.

Stets muss die Bildnerin Natur
den alten Ton benutzen
im Haus und Garten, Wald und Flur
zu ihren neuen Skizzen.
Wilhelm Busch

 

Danke Mama

v. Anita Menger

Danke Mama für mein Leben,
danke für die schöne Zeit.
Danke für dein warmes Lachen
und für deine Zärtlichkeit.

Du hast mir so viel gegeben,
deshalb sag ich herzlich heut:
„Danke Mama für mein Leben,
danke für die schöne Zeit!“

-------------------------------------------------------------------

Unterm Baum im grünen Gras
sitzt ein kleiner Osterhas!
Putzt den Bart und spitzt das Ohr,
macht ein Männchen, guckt hervor.
Springt dann fort mit einem Satz
und ein kleiner frecher Spatz
schaut jetzt nach, was denn dort sei.
Und was ist’s? Ein Osterei!
Volksgut

----------------------------------------------------------------

Weiberfastnacht

Ob Sonne, Schnee oder auch Regen,

Fastnacht ist ein wahrer Segen,

denn jeder darf ein andrer sein,

der eine groß, der andre klein

der eine laut, der andre leise,

mit und auch ohne Meise.

Total egal hier gilt kein Maß,

es geht ganz einfach nur um Spaß !

----------------------------------------------------------------

Wünsche fürs neue Jahr

Ich wünsche dir ein wenig Glück
an jedem neuen Morgen.
Und immer einen Augenblick
für andrer Leute Sorgen.

Ich wünsche dir Geborgenheit.
Und einen Ort zum Träumen.
Und wenn es Missgeschicke schneit,
sie aus dem Weg zu räumen.

Ich wünsche dir: Du bleibst gesund
an Körper, Geist und Seele.
Und dass kein ärztlicher Befund
dich gräme oder quäle.

Ich wünsche einen guten Draht
zum Schöpfer aller Dinge.
Und dass Er dir mit Rat und Tat
stets neue Hoffnung bringe.

Ich wünsche dir im neuen Jahr,
das Schöne zu erfahren.
Und was dir bisher wichtig war,
im Herzen zu bewahren.

© Roman Herberth
Aus der Sammlung Feiertage

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen,
gib mir den Mut zum ersten Schritt.
Laß mich auf deine Brücken trauen,
und wenn ich gehe, geh du mit.

Ich möchte gerne Brücken bauen,
wo alle tiefe Gräben sehn.
Ich möchte hinter Zäune schauen
und über hohe Mauern gehn.

Ich möchte gern dort Hände reichen,
wo jemand harte Fäuste ballt.
Ich suche unablässig Zeichen
des Friedens zwischen Jung und Alt.

Ich möchte nicht zum Mond gelangen,
jedoch zu meines Feindes Tür.
Ich möchte keinen Streit anfangen;
ob Friede wird, liegt auch an mir.

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen,
gib mir den Mut zum ersten Schritt.
Laß mich auf deine Brücken trauen,
und wenn ich gehe, geh du mit.

von Kurt Rommel

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Halloween von Norbert Van Tiggelen
 

Wenn Fledermäuse unruhig flattern,
Sargdeckel gespenstisch knattern,
Geister über’n Friedhof schleichen,
auferstehen blasse Leichen;

Wenn feuchtes Laub dämonisch knirscht,
der Totengräber lautlos pirscht,
Hexen mit dem Besen fliegen,
Vampire ihre Nahrung kriegen;

Wenn Menschenfressers Mägen knurren,
schwarze Katzen leise schnurren,
Wölfe heulen in der Nacht,
der Tod aus seinem Schlaf erwacht;

Wenn Skelette klapprig schreiten,
Kobolde auf Knochen reiten,
der Satan laut nach Gnade schreit,
dann ist Halloween nicht weit.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Kinder v. Bettina Wegener

Sind so kleine Hände, winzge Finger dran.
Darf man nicht drauf schlagen,
sie zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße, mit so kleinen Zehn.
Darf man nicht drauf treten,
können sonst nicht geh`n.

Sind so kleine Ohren, scharf, und ihr erlaubt,
darf man nicht zerbrüllen,
werden davon taub.

Sind so kleine Münder, sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten,
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen, die noch alles seh`n.
Darf man nie verbinden,
könn`sie nicht versteh`n.

Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen,
geh`n kaputt dabei.

S`ist so`n kleines Rückrat, steht sehr fest noch nicht.
Darf man niemals beugen,
weil es sonst zerbricht.

Gerade, wahre Menschen wär`n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückrat
hab`n wir schon zu viel.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Achte auf deine Gedanken - denn sie werden Worte

Achte auf deine Worte - denn sie werden Handlungen

Achte auf deine Handlungen - denn sie werden Gewohnheiten

Achte auf deine Gewohnheiten - denn sie werden dein Charakter

Achte auf deinen Charakter- denn er wird dein Schicksal

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Danke an das Leben

 

Danke an das Leben,

Für meine Augen, die viel sehen

Was mir Freude macht

Den Baum, die Wolken und die Nacht

Sie können mit mir weinen, lachen, staunen

Danke für den Blick in andre Augen



Danke an das Leben

Meine Stimme und die Dinge

Die ich sag und hör

Das Lied, die Sprache und das Meer

Sie können mit mir lachen, weinen, singen

Danke für den Klang der andern Stimmen



Danke an das Leben

Für die Gedanken, die stets wach sind

Auch im tiefen Schlaf

Den Traum, die Sehnsucht und die Tat

Sie können mich begeistern, bremsen, lenken

Danke für den Wunsch, wie andre zu denken.



Danke für die Finsternis

Ohne die das Licht nichts ist

Danke für das Böse

Das das Gute gut sein lässt

Der Himmel wird erst schön durch ein paar Wolken

( aus Tabaluga )



 


Gedicht zum Geburtstag

Hab Sonne im Herzen,
ob's stürmt oder schneit,
ob der Himmel voll Wolken,
die Erde voll Streit ...
hab Sonne im Herzen,
dann komme was mag:
das leuchtet voll Licht dir
den dunkelsten Tag!

Hab ein Lied auf den Lippen
mit fröhlichem Klang,
und macht auch des Alltags
Gedränge dich bang ...
hab ein Lied auf den Lippen,
dann komme was mag:
das hilft dir verwinden
den einsamsten Tag!

Hab ein Wort auch für andre
in Sorg und in Pein
und sag, was dich selber
so frohgemut läßt sein:
Hab ein Lied auf den Lippen,
verlier nie den Mut,
hab Sonne im Herzen,
und alles wird gut!

(Cäsar Flaischlen, 1864-1920)

 


Ich bin Ich

Ich habe Macken und Fehler, Ecken und Kanten.

Ich bin nicht vierundzwanzig Stunden am Tag gut gelaunt.

Ich lache nicht ständig und manchmal weine ich.

Dabei lach ich gern, am liebsten den ganzen Tag.

Ich bin nicht immer gerecht und manchmal flunker ich.

Ab und an lebe ich in einer anderen Welt und plötzlich bin ich wieder hier.

Manchmal kann ich mich nicht entscheiden wo ich lieber bin.

Ich mach Fehler und bau Mist. Manchmal handel ich ohne nachzudenken.

Manchmal bin ich verletzend und manchmal bin ich für einen moment die Schulter zum Anlehnen.


ABER: wenigstens bin ich wie ich bin [♥]

 


Bewaffneter Friede

Ganz unverhofft, an einem Hügel,
Sind sich begegnet Fuchs und Igel.
 
Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht!
Kennst du des Königs Ordre nicht?
Ist nicht der Friede längst verkündigt,
und weißt du nicht, daß jeder sündigt,
Der immer noch gerüstet geht?
Im Namen seiner Majestät
Geh her und übergib dein Fell.
 
Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.
Laß dir erst deine Zähne brechen,
Dann wollen wir uns weiter sprechen!
 
Und allsogleich macht er sich rund,
Schließt seinen dichten Stachelbund
und trotzt getrost der ganzen Welt,
Bewaffnet, doch als Friedensheld.

Wilhelm Busch


FAMILIE...
man kann sie nicht kaufen,
kann sie auch nicht stehlen.
Man baut sie auf
und sie wächst von selbst.
Es gibt in ihr Höhen und auch Tiefen,
gute und schlechte Zeiten,
Freude und Trauer .
Doch ist sie stark genug,
so verlierst du sie nie.
Wer sie hat kann glücklich sein,
denn sie ist mehr wert
als alles Geld und Gold auf dieser Welt.
Verliere sie nicht,
denn ohne sie verlierst du einen Teil von Dir.
Bewahre sie immer in Deinem Herzen,
egal, was kommen mag!

 

 


 

Wozu sind Kriege da?

 

Herr Präsident, ich bin jetzt 10 Jahre alt,

 

und ich fürchte mich in diesem Atomraketenwald,

 

sag mir die Wahrheit, sag mir das jetzt!

 

wofür wird meine Leben aufs Spiel gesetzt?

 

Und das Leben all der andern, sag mir mal warum?

 

Sie laden die Gewehre und bringn sich gegenseitig um,

 

sie stehn sich gegenüber und könnten Freunde sein,

 

doch bevor sie sich kennenlernen, schießen sie sich tot.

 

Ich find das so bekloppt, warum muss das so sein?

 

Habt ihr alle Milliarden Menschen überall auf der Welt,

 

gefragt ob sie das wollen, oder gehts da auch um Geld?

 

Viel Geld für die wenigen Bonzen, die Panzer und Raketen baun,

 

und dann goldenen Brillianten kaufen für ihre eleganten Fraun.

 

Oder gehts da nebenbei um so religiösen Zwist,

 

dass man sich nicht einigt welcher Gott der Wahre ist?

 

Oder was gibts da noch für Gründe, die ich genauso bescheuert find,

 

naja vilelleicht kann ichs noch nicht verstehn, wozu Kriege nötig sind,

ich bin ja noch so klein,

ich bin ja noch ein Kind!

 

---------------------------------------------------------------------------------------------

Deine Seele ist ein Vogel

Deine Seele ist ein Vogel,
stutze ihm die Flügel nicht,
denn er will sich doch erheben
aus der Nacht ins Morgenlicht.

Deine Seele ist ein Vogel,
stopf nicht alles in ihn rein.
Er wird zahm und satt und träge,
stirbt den Tod am Brot allein.

Deine Seele ist ein Vogel,
schütze ihn nicht vor dem Wind.
Erst im Sturm kann er dir zeigen,
wie stark seine Flügel sind.


 


Deine Seele ist ein Vogel,
und er trägt in sich ein Ziel.
Doch wird er zu oft geblendet,
weiß er nicht mehr,was er will.

Deine Seele ist ein Vogel.
Hörst du ihn vor Sehnsucht schrein,
darfst den Schrei du nicht ersticken,
bleibt er stumm,wirst du zu Stein.

Deine Seele ist ein Vogel,
stutze ihm die Flügel nicht,
denn er will sich doch erheben
aus der Nacht ins Morgenlicht.


Gerhard Schöne


Wieviele Straßen ?

( deutsche Version von Juliane Werding)

 

Wie große Berge von Geld gibt man aus

für Bomben, Raketen und Tod?

Welch große Worte macht heut mancher Mann

und lindert damit keine Not?

Wie großes Unheil muss erst noch geschehn,

damit sich die Menschheit besinnt?

 

Wieviele Straßen auf dieser Welt,

sind Straßen voll Tränen und Leid?

Wieviele Meere auf dieser Welt,

sind Meere der Traurigkeit?

Wieviele Mütter sind lang schon allein

und warten und warten noch heut!

 

Wieviele Menschen sind heut noch nicht frei?

und würden es so gerne sein?

Wieviele Kinder gehn abends zur Ruh

und schlafen vor Hunger nicht ein?

Wieviele Träume entfliehen der Nacht?

wann wird es für uns anders sein?

 

Die Anwort, mein Freund,

weiß ganz allein der Wind,

die Antwort weiß ganz allein der Wind !

 


Sie war ein Blümlein

Wilhelm Busch

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,
Hell aufgeblüht im Sonnenschein.
Er war ein junger Schmetterling,
Der selig an der Blume hing.

 Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm
Und nascht und säuselt da herum.
Oft kroch ein Käfer kribbelkrab
Am hübschen Blümlein auf und ab.

 Ach Gott, wie das dem Schmetterling
So schmerzlich durch die Seele ging.

 Doch was am meisten ihn entsetzt,
Das Allerschlimmste kam zuletzt.
Ein alter Esel fraß die ganze
Von ihm so heißgeliebte Pflanze.


 

Herbstgedicht

Solchen Monat muß man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
Keiner so verdrießlich sein
Und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
Keiner so mit Sturrmwind graulen!
Und wie naß er alles macht!
Ja, es ist die wahre Pracht.
Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
Wie sie tanzen in dem Wind
Und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
Und sie durcheinander wirbelt
Und sie hetzt ohn' Unterlaß:
Ja, das ist Novemberspaß!
Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelstau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Und an jeder Traufe hängt
Trän' an Träne dicht gedrängt.
O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch unvernünft'ges Toben
Schon im voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So daß wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Greuel schauen zu!

(Heinrich Seidel 1842-1906, deutscher Schriftsteller )

 

 


Schlagt Brücken über Kontinente,
schlagt Brücken über Land und Meer,
es wäre dieses die Tangente,
dass wirklich einmal Frieden wär.

Schlagt Brücken zwischen allen Völkern,
die Menschheit wartet sehr darauf,
es wird versucht schon mal des öftern,
sonst ist es eines Tages aus.

Schlagt Brücken zwischen den Nationen,
auch wenn der Glaube anders ist,
helft allen Menschen, die dort wohnen,
nehmt ihnen diesen Lichtstrahl nicht.

Schlagt Brücken zwischen Alt und Jung,
dass diese miteinander geh'n,
lasst schweigen alle Lästerzungen,
wie wär die Welt auf einmal schön.

Schlagt Brücken zwischen Menschenherzen,
die in der Blüte ihres Lebens sind,
lasst brennen für sie helle Kerzen,
dass immer Herz zu Herzen find.

Schlagt Brücken immer, immer wieder,
die Feindschaft klammert völlig aus,
lasst Frieden sein in den Familien,
dann sieht die Zukunft besser aus.

 

 

 

 

 


nPage.de-Seiten: www.faninfo.npage.de | www.freie-hexen-seite.de